Weihnachtssteak!

18. Dezember 2011

Hallo Miteinander,

letzte Woche gabs eine geradezu monströse Auswahl an Schmankerl in meinem Lieblingssupermarkt. Darunter Entrecôte/Rip-Eye-Steak, Zitronenthymian, Kräuterseitling und Maronen. Da hab ich mich an ein Rezept erinnert, dass ich vor ein paar Jahren zuletzt gemacht hab. Das hab ich dann noch etwas abgewandelt und rausgekommen ist das hier:

Zutaten

  • 1 Hand voll Champignons.
  • 1-2 große Kräuterseitlinge
  • 3-4 mittelgroße Austerpilze,
  • ½ gelber Paprika
  • 5-6 Maronen
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 Stengel Frühlingszwiebeln.
  • 1 TL Zimt
  • 4cl guten Whisky
  • 1-2 TL Honig
  • Salz & Pfeffer
  • 2 Esslöffel Zitronenthymianblätter(von den Stengeln befreit.)
  • Butter und Butterschmalz
  • Dazu Steak in gewünschter Größe

1. Schritt:

Alles Gemüse in mundgerechte, aber nicht zu kleine Stücke schnippeln. Die Maronen von der Schale befreien und grob hacken(damit man sie beim draufbeissen noch spürt). Frühlingszwiebeln und Knoblauch fein schneiden.

2. Schritt

Alles Gemüse + Maronen in die vorgeheizte Pfanne geben. Fett zum Braten könnte z.B. Butterschmalz sein. Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Thymian noch nicht reingeben. Erstmal alles andere ordentlich Farbe nehmen lassen. Wenn alles ordentlich angeröstet ist, Knoblauch und Zwiebeln dazu. Dann 1-2 TL Honig(ich nehm eher 2) in eine freie Stelle der Pfanne geben und diese Stelle mit dem Zimt und Zitronenthymian bestreuen. Sobald das Honig-Gemisch brodelt alles gut verühren, mit einem guten Stück Butter montieren und schließlich mit dem Whisky ablöschen. Noch einmal kurz unter rühren aufkochen lassen, damit der Alkohol verdampft und nun mit Salz und Pfeffer und evtl. nem kleinen Schuss Brühe abschmecken.

Achtung: wenn ihr keinen Zitronenthymian habt: lasst ihn einfach ersatzlos weg und nehmt vielleicht ein bissl Estragon(getrocknet oder frisch ist egal) und Roßmarien(frischen).

Das Steak oder was ihr auch immer dazu anbratet evtl. am Ende noch vor dem Whisky kurz ins Gemüse legen, damit es etwas von dem guten Aroma abbekommt.

Da es bei dem Gericht nicht unbedingt viel Sauce gibt, würde ich weder Kroketten noch Reis oder ähnliches dazu machen. Mir persönlich reicht ein gutes, dickes, im Ofen angeröstetes Scheiberl Schwarzbrot.

Guten Appetit!

Bis denne,

Kulin

Chilli Con Carne Basisrezept

7. Oktober 2011

Nach langer Zeit mal was neues hier: ein sehr preisgünstiges und dennoch schmackhaftes und, wenn man’s richtig macht, sogar halbswegs mageres Gericht. Vorweg gleich: bitte bringt keine “Aber das gehört doch eigentlich anders” Kommentare. :P Die Rezepte für Chili gibts so viele wie Menschen, die vorhaben eins zu kochen. Und ich weiss, dass die Originalrezepte aus Texas oft von Koriander, Kreuzkümmel, Lorbeer und so weiter sprechen. Ist bestimmt nicht übel. Ich machs jedoch etwas eingedeutschter. Findet euch damit ab! :P

 Zutaten:

  • 500g Hackfleich(Gemischt, Rind, Tartar - je nachdem wie Fett ihr’s wollt)
  • 500g (abgetropft)Kidneybohnen(Fancy Variante: gebackene Bohnen)
  • 700-800g Dosentomaten(gehackt)
  • 100g Mais
  • Tomatenmark(je nach Konzentration, bei 3 Fach sinds bei mir immer etwa 3-4 Esslöffel verteilt über den ganzen Kochprozess)
  • Thymian und/oder Oregano, Salz, Pfeffer
  • 2-3 EL Rosenscharfer Paprika, Chili(in welcher Form es euch am besten schmeckt oder taugt)
  • 0,8L Brühe(ich mag die ohne Glutamat, oder selbstgekochte. Mischverhältnis steht auf der Packung)

Zubereitung

  1. Hackfleisch in einem hohen Topf scharf anbraten und Farbe nehmen lassen. Dabei Rosenscharfen Paprika(1-2EL), 1 EL Tomatenmark und etwas Thymian, sowie Pfeffer und Chili(nach Wunsch, lieber jetzt nicht so viel, schärfen kann man später immer noch) hinzufügen. Tipp: Manche kochen hier Chorizo oder geräucherten Speck mit rein, um dem ganzen etwas Räucheraroma zu verleihen.
  2. Gehackte Tomaten und die abgetropften Bohnen hinzugeben, wenn das Hack etwas Farbe genommen hat.
  3. Gut durchrühren und dann mit Brühe aufgießen.
  4. Durchrühren, aufkochen lassen, Temperatur etwas runterdrehen(das es mit Deckel gerade noch so köchelt) und Deckel drauf.
  5. Immer mal wider umrühren und 30 Minuten warten, Mais hinzugeben und dann das erste mal etwas abschmecken. Vorher lohnt nicht, weil die Zutaten noch kein bisschen durchgezogen sind. Tomatenmark macht das Chili fruchtiger, Salz runder und … salziger, Pfeffer und Thymian etwas herber(um das Fleisch etwas zu untermalen) und Chili, sowie Rosenpaprika schärfer.
  6. Nochmal etwa 30 Minuten warten, um es nochmal abzuschmecken. Wenn man es mit Lorbeer(1-2 Blätter), Kreuzkümmel(½-1 TL) und Koriander(bei frischem: knappe Hand voll) macht, sollte man es natürlich noch etwas länger ziehen lassen.
  7. Mit Baguette oder frischem Weissbrot servieren.

Fertig. Eigentlich ganz einfach.

Wünsche guten Appetit.

Bis denne,

Kulin

Vietnamesische Sommerrollen

10. August 2010

Moin,

vor einiger Zeit hab ich schonmal kurz über vietnamesische Frühlingsrollen geschrieben. Nachdem ich am WE mal wieder welche gemacht habe und inzwischen weiß, dass die eigentlich Sommerrollen und nicht Frühlingsrollen heißen, will ich dazu nochmal einen Beitrag schreiben, da die Teile einfach viel zu (viel viel viel viel viel) genial schmecken, als das man sie beiläufig abtun könnte. Gerade im Sommer gibt es wenig das besser passt, weil sie gesund, leicht und kalorienarm und selbst als vegetarisches Gericht ne richtige Wucht sind.

Philosophie

Sommerrollen sind recht aufwendig zu machen, weil man viel zu schnibbeln hat. Für Leute die es eilig haben sind die Teile garnix. Ich finde jedoch gerade das Bereiten von so vielen besonderen und exotischen Zutaten reizvoll, so dass ich persönlich damit kein Problem hab. Vom Stil her sind sie oft mit einem Raclette oder Fondue vergleichbar. Man trifft sich mit Leuten, setzt sich an einen Tisch mit allerlei vorbereiteten Zutaten und legt sich dann in die Rolle was immer einem auch schmeckt.

Saucen

Dazu gibt es normalerweise maximal 1-2 Saucen. Die eine hat dabei als Hauptgeschmacksträger Limetten, Kaffirlimettenblätter, Zitronengras, Ingwer Chilli, Fischsauce und Lauchzwiebeln. Die andere Sauce ist ein leicht süßlicher Erdnussdip. Ich mach eigentlich immer nur die Limettensauce dazu. Aber evtl. habt ihr ja jemanden dem Zitronengra, Limette oder Ingwer nicht so schmeckt. Dann hilft der Erdnussdip.

Limetten-Dip:

Zutaten:

  • Eine Bio-Limette(wir brauchen die Schale)
  • 2-3 Stengel Zitronengras(frisch oder aus dem Einmachglas)
  • 3-4 Kaffirlimettenblätter(gibts getrocknet bei den Asia-sachen im Glas)
  • 1 Lauchzwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1-2 Rote Chilis
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • Fischsauce(z.B. Nampla, hell und flüssig)
  • 1 TL Zucker
  • Wasser

Zubereitung:
Zum Auffangen der Zutaten braucht ihr ein Gefäß in das etwa 1,5-2 Tassen Wasser passen. Als erstes am Besten den Knoblauch, den Ingwer das Zitronengras und die Lauchzwiebeln schälen. Beim Zitronengras die harte Hülle entfernen, bis es etwas weicher wird(aber nicht nur den Kern ürbig lassen). Nun die 4 Sachen in feinstmögliche Scheiben schneiden und in das Gefäß geben. Die Limette nun halbieren und den Saft einer hälfte in das Gefäß quetschen. Von der Schale 3-4 cm² abschneiden und in sehr feine Streifen schnippeln, um es ebenfalls ins das Gefäß zu geben. Die Kaffirlimettenblätter in der Hand zerreiben und beimengen. Chilis auch feinstmöglich in Ringe schnippeln und beigeben. Nun etwa 3-4 Esslöffel Fischsauce rein und mit etwa einer halben bis ganzen Tasse Wasser aufgießen. Nun mit etwas Zucker abschmecken. Das Ganze am besten ziehen lassen. Umso länger, desto besser.

Erdnuss-Dip

Zutaten:

  • 1-2 Esslöffel ungesalzene, feingehackte Erdnüsse(ungefähr eine Hand voll ganze)
  • 3-4 Esslöffel Erdnussbutter
  • 50ml Hühnerbrühe
  • 2-3 Tl Honig
  • Ein halber TL geriebener Ingwer
  • Ein halber TL feinstgehackte Chili
  • Ein Spritzer Limettensaft
  • Salz

Zubereitung:

Brühe erhitzen,  Erdnussbutter darin zergehen lassen, Erdnüsse und alle Gewürze rein. Mit Salz abschmecken. Wenn zu flüssig: mehr Erdnussbutter, wenn zu dick etwas Brühe oder Limettensaft zugeben. Es soll in etwa die Konsistenz von Ketchup haben.

Einzelbestandteile

Wie angedeutet macht man die Füllung der Rollen in Modulbauweise. Man sucht sich aus verschiedenen Zutaten ein paar raus und bietet sie getrennt an. Jeder legt sich worauf er lust hat in die Rolle.

Zutaten die man zum Würzen auf jedenfall braucht:

  • Hoi Sin Sauce
  • Fischsauce
  • Knoblauch, 5-6 Zehen in feinen Scheiben.
  • 2EL fein gehacktes Zitronengras
  • 4-5EL fein gehackter Koriander oder Koriandergrün aus dem Gläschen(vorsicht, salzig)
  • 2 EL geriebener Ingwer

Gemüse:

  1. Chinakohl: in 2-3cm lange, dünne Streifen schneiden und dazulegen. Schön knackig als Grundlage. 2-3 Hand voll.
  2. Karotten: siehe Chinakohl, 2 Karotten reichen normal.
  3. Champignons: in feinen Streifen roh, und/oder anbraten und mit 1-2TL Hoi Sin Sauce und Knoblauch abschmecken.
  4. Shiitake: am besten die großen, getrockneten einweichen. Genau wie die Champignons anbraten und mit Hoi Sin Sauce und Knoblauch abschmecken.
  5. Mungobohnenkeimlinge roh oder leicht angebraten und mit etwas Fischsauce und etwas Koriander abgeschmeckt. Oder anbraten und mit Knofi und Hoi Sin Sauce würzen.
  6. Weiteres denkbares Gemüße: Zucchini, Gurken, Paprika, Austerpilze. Auch gebraten mit Hoi Sin Sauce & Knofi, wenn man Lust hat.
  7. Kopfsalat: viele Vietnamesen nehmen als Grundlage für die Rollen frischen Kopfsalat. Siehe Video unten.
  8. Koriander & Basilikum: manche Leute haben gerne in der rolle noch frische Kräuter mit drin. Warum nicht? Würde sagen: grob hacken und dazustellen.

Fisch, Fleisch, Tofu

  1. 200gr Rindertartar/-Hack scharf anbraten und gut Farbe nehmen lassen. Mit Hoi Sin Sauce, Knofi und evtl ein paar Champignonshäckseln beglücken. Sollte dabei flockig bleiben und nicht zur gewaltigen Bulette werden.
  2. 200gr. Garnelen anbraten, mit Fischsauce ablöschen, Knofi und 1EL feingehackten Koriander und einen in viertel geschnittenen Stängel Zitronengras(vorher etwas weichklopfen) dazugeben, ruhen lassen und vor dem servieren das Zitronengras wieder rausnehmen.
  3. 200gr Seidentofu: in 2-3cm lange feine Streifen schneiden und ebenso wie das Rindertartar zubereiten.
  4. 200gr Rinderhüfte in feine 2-3 cm lange Streifen schneiden, 1-2 EL Sesamsamen in eine Pfanne mit erhitztem Sesamöl geben und etwas anrösten(vorsicht, nicht zu lange), Fleisch zugeben, mit 2TL Knoblauch und etwas Salz würzen und mit 2TL Honig oder Hoi Sin Sauce “ablöschen”.
  5. Knusprige Lachshaut: Ein Lachsfilet mit Haut von allen Schuppen befreien, Haut ablösen, in kleine 5×5 cm große Lappen schneiden, in Reis- oder normalem Mehl wenden und mit 5 Gewürze Pulver ganz leicht würzen. In Sesamöl knusprig braten. Hinterher in 2-3 cm lange dünne Streifen schneiden. Als Tipp: meistens bleibt etwas vom Limettendip übrig. Mariniert darin den hier übrig gebliebenen Lachs und esst ihn mit evtl übrig gebliebenem gebratenem Gemüße(z.B. mit Fischsauce, Knofi und Koriander abgelöscht) am nächsten Tag.

Glasnudeln
Die Vietnamesen füllen ihre Rollen oft noch zusätzlich mit Glasnudeln. Das muss aber nicht sein ist aber gut, um das ganze Essen etwas (auf preisgünstige Art und Weise) zu strecken. Wie man die zubereitet steht auf der Packung.

Aufteilung

Es sollten auf keinenfall beim Essen dann 10 verschiedene Zutaten, allesamt in Hoi Sin Sauce angebraten dastehen. Ich würde sagen 3-4 rohe Gemüsesorten und 2-3 gebratene Sachen reichen vollkommen aus. Natürlich müsst ihr die Menge den Mitessern anpassen. Ich alleine verputze immer 2-3 gebratene Sachen(am liebsten Tartar, Garnelen, Shiitake) mit etwa 200gr + eine geschnittene Karotte + 3 Hand voll Chinakohl +1 Hand voll gehakter Champignons. Normale Leute essen natürlich etwas weniger. :P

Aufrollen der Reispapierblätter

Möglichst große Blätter machen das Rollen einfacher, kleine Blätter machen es abwechslungsreicher. Ich nehm kleine, runde mit einem Durchmesser von etwa 20-25cm und brauche für eine Person meines Ausmaßes etwa 15 gefüllte Rollen um Satt zu werden. Eine normale Person also wahrscheinlich 10-12. Wichtig dabei: nehmt nicht diesen dicken, undurchsichtigen und frischen Teig dazu, sondern die feste, fast wie plastik anmutenden und durchsichtigen Reispapierblätter(siehe Videos unten). Gibts eigentlich in jedem Supermarkt.

Das Vorbereiten der Blätter passiert beim Essen. Dazu stellt ihr einige große Schale voll Wasser dazu, um darin die Blätter kurz anzufeuchten und einzuweichen.Wer eines braucht, legt es kurz hinein, lässt es etwas abtropfen und rollt dann seine Rolle damit.

Dann legt man in die Mitte die gewünschten Zutaten. Ich nehm immer erst ein bissl Gemüse, dann darüber ein paar Glasnudeln und hinterher eine der gebratenen Sachen. Nun die Seiten darüberklappen und einrollen. Wie das geht sieht man am besten hier:

Wie das Video hier schon andeutet, kann man die Rollen natürlich für seine Gäste auch einfach vorbereiten. Ich finde, dass dabei der halbe Spass flöten geht. Aber wenn es zur Situation passt, geht das sicherlich auch.Auch hier kann man sich sicher was abgucken:

Z.B. das die Vietnamesen da gerne Bauchspeck reinstopfen. :D Und man sieht den typischen Limettendip.Jetzt hab ich schon wieder Hunger. Ich fürchte ich muss die heute Abend schon wieder machen.

Zitronenthymian - Kulins Lieblingskraut!

5. Juli 2010

Hallo Miteinander,

Oft und viel haben wir über allerlei Gerichte, Steaks, Rezepte und Steaks geredet! Aber was bringt schon ein gutes Stück Fleisch, wenn man nix hat, mit dem man es würzen oder kombinieren kann? Pfeffer und Salz mag ja eine gute Sache sein. Und ein Brühwürfel zur “Abrundung” ist ebenfalls eine recht nette Erfindung(zumindest für Anfänger). Aber seien wir ehrlich, eine Sahnesauce - mag sie noch so gut sein - bleibt eben eine Sahnesauce. Und selbst mit Weisswein wird das Ganze irgendwann recht unspektakulär. Ohne Kräuter geht da garnix. Deswegen also eine neue Kategorie hier, die mit einem sommerlichen Kraut beginnt, dass zwar absolut einzigartig und unnachahmlich im Geschmack aber leider auch ebenso unbekannt ist.

So sieht es aus, das Kraut - und unter dem Namen Zitronenthymian ist es bekannt:

Zitronenthymian

Thymian und Zitronenthymian(ZT) - wo liegt der Unterschied?

Erstmal ein Hinweis: Zitronenthymian schmeckt kaum nach Thymian. Die beiden Gewürze haben noch nichtmal ein einheitliches aussehen. Einzige Gemeinsamkeit: beides ist größtenteils Grün und hat kleine Blätter. Während der Thymian herb und kantig im Geschmack ist, ist der ZT fruchtig und frisch, bei einer trotzdem vorhandenen etwas herberen Note. Schwer zu beschreiben. Nach Zitrone schmeckt er jedenfalls nicht. Er ist weder sauer, noch mit dem Geschmack von Zitronenschalen vergleichbar. Eben etwas ganz eigenes.

Verwendungszweck

Ich hab ehrlich gesagt noch nichts gefunden, wo er nicht gut schmeckt. Ob als ZT-Butter für das Steak, oder als Bauchfüllung für Grill- oder Alufolienfisch, als geschmacksgebende Note für ein schönes Hühnerfrikasse in Morchelrahm, als I-Tüpfelchen für eine rustikale Bouillabaise, ein wenig über ein Carpaccio gestreut, als Beigabe zu einer ansonsten klassischen Zabaione, für Fruchtsalate, oder als Beigabe zu Gemüßebeilagen wie Mangoldrahm. Das schöne dabei ist, dass man garnicht zuviel machen braucht, um dem Kraut seinen Geschmack zu entlocken. Im Gegenteil: Zu langes Schmoren oder zu starke Hitzeeinwirkung lassen den Geschmack einfach verpuffen. Es reicht meist schon ganz zum Schluss einfach ein dickes Sträußlein unters Essen zu rühren/legen. Wichtig ist, dass man die Stiele entfernt. Die sind eher hart, wohingegen die Blätter schön zart sind.

Beispielrezepte

Hier mal ein paar ansonsten ganz einfache Gerichte, die ihren Charme aus dem ZT beziehen:

  • Entrecote mit Austernpilz-Paprika Gemüße an Zitronenthymianbutter:
    Man nehme etwa 150 gr Austernpilze und eine halbe gelbe Paprika, wobei man beides ein nicht zu dünne Streifen schneidet. Das Entrecote bringt man auf Zimmertemperatur. Geduld bei diesem Schritt, denn der ist entscheidend dafür, dass das Steak auch zart wird. Derweil sollten die Pfannen(am besten Gußeisen oder ähnliches) mit Butterschmalz gefüttert und zum Rauchen gebracht werden. Und das bitte nicht zu wenig, denn die Pilze und der Paprika beziehen ihren Reiz - genau wie das Steak - aus den Röstaromen. (Wie man ein Steak brät steht hier weiter unten im Blog!) Das Steak sollte kurz ruhen, also nehmt es bevor es fertig ist von der Platte, gebt ne dicke Butterflocke dazu(wenn die Pfanne nicht zu heiss ist, ansonsten macht das auf dem Teller oder in der Alufolie - falls ihr die noch braucht um den Punkt zu treffen),legt auf die Flocke ne halbe Hand voll Zitronenthymian(wenns zu heisst ist, platzt und spratzelt es), um das Steak darin sanft garzuziehen. Das Gemüße kann man derweil mit etwas Salz und Pfeffer beglücken, wahlweise mit einem Schuss Sherry ablöschen und dann ebenfalls mit ZT und einer Butterflocke verfeinern. Beilage könnte eine Ofenkartoffel oder ein geröstetes Scheiberl Schwarzbrot sein.
  • Blanchierter Seeteufel auf Mangold mit ZT:
    Auch ein sehr einfaches Gericht. Dazu braucht ihr für 2 Personen einen Mangoldkopf und etwa 150gr Seeteufel(oder anderer Fisch wie Seezunge, Zander, Pangasius) pro Person. Gebt in einen Topf den feingeschnittenen Mangold und lasst ihn mit etwas schwacher Brühe und einem guten Schuss Sahne/Milch einmal aufkochen. Dann gebt Curry hinzu, wobei die Menge von der Qualität und Frische des Currys abhängt. Pi mal Daumen würde ich sagen etwa ein gestrichener Esslöffel. Aber mein Curry hier ist auch recht hochwertig. Nehmt nicht zuviel und tastet euch lieber langsam ran. Evtl mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann legt den Seeteufel einfach oben auf den Mangold drauf und tut den Deckel auf den Topf(nicht mehr umrühren). Dreht die Hitze etwas runter(auf die hälfte) und lasst das Ganze dämpfen, bis der Fisch gar ist. Dadurch wird der Fisch richtiggehend parfümiert. Wer hier einen faden, überteuerten Wasserbeutel erwartet, dürfte ziemlich überrascht werden. Etwa 10 Minuten Dämpferei sollten da reichen. Gebt dann etwa 5 Minuten vor Schluss den Zitronenthymian rein. Reichlich und so! Besonders gut wird das übrigens, wenn ihr statt Brühe nen gediegenen Hummerfont oder schwache Brühe+Krustentierpaste reingebt. Evtl. müsst ihr das Ganze noch etwas andicken, falls das Sößerl zu dünn wurde. Beilage ist z.B. guter Basmati oder einfach garnix.

Anbau

Da ist der ZT leider nicht ganz einfach. Zum einen verträgt er im Blumentopf nicht zuviel Wasser, sondern lieber öfter und dafür wenig Wasser. Darüber hinaus braucht er aber Sonne. Am besten am Fenster in Richtung Sonnenaufgang drehen! Im Garten ist es ähnlich. Er braucht Sonne, nicht zuviel Wasser(kein Stauwasser) aber auch nicht zu wenig. Dafür düftelt er dann jedoch alles voll!

Bezugsquellen

Wie schon angedeutet ist der ZT kaum im normalen Laden zu bekommen. Bei mir zumindest ist der leider nur höchst selten zu finden. Wo es ihn immer gibt ist der gut sortierte Obi. Offenbar ist das Ding beliebt als Gartenkraut und in unseren Gefilden weniger bekannt für sein Aroma.

Ich hoffe trotzdem ihr gebt dem Zeug mal eine Chance.

Beste Grüßlis,

Kulin

Das perfekte Steak…

23. April 2010

Damit niemand diesen tollen Thread hier vergisst, übertrage ich den mal in meinen Blog. Siehe hier.

1. Fangen wir mal wieder mit dem Fleisch an.
Ein gutes Steak sollte durchwachsen bzw. marmoriert sein und es sollte einen Fettrand haben. Natürlich sorgt diese Marmorierung nicht dafür, dass das Steak weicher wird, sondern dass es einen angenehmeren Geschmack bekommt. Denn was nützt das zarteste Steak, wenn es mies schmeckt? Miesen Geschmack erkennt man ganz einfach: das Ganze wirkt einfach übersäuert und ist bar jeden Aromas.
Hiernach suchen wir:
T-Bone:
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Entrecôte:
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Das ist natürlich schon die Krone der Schöpfung. Und habt keine Angst vor dem Fett, denn dass wird bei 400 Grad auf dem Kohlegrill einfach weggeschmolzen und den Flammen übergeben! Aber dazu später.

Ihr solltet bei Steaks immer fragen wo sie herkommen und von welcher Rasse sie stammen. “Deutsches Jungrind” ist hier beileibe nicht die beste Wahl. Rassen wie Hereford, Charolais, Angus, Galloway und viele weitere sind da schon eher für das gute Steak geeignet. Auch Büffel oder Bison haben ein sehr aromatisches und schmackhaftes Fleisch und können auf die unten stehende Art und Weise zubereitet werden.

Achtet auch immer darauf, dass es gut abgehangen ist. Fragt den Metzger ruhig, wie lange das schon hängt und lasst euch nichts auf die Nase binden. Zahlt keine schweineteuren 20-30 Euronen für ein Kilo Schuhsohle. Fragt nicht: “Ist das abgehangen” sondern “Wie lange wurde das denn abgehangen?”
2 Wochen sind minimum. Wenn sie aus Argentinien oder USA(keine Angst vor Hormonen, was da importiert werden darf, hat sowas garantiert nicht drin) per Schiff kommen, sind’s sogar meist 4-6 Wochen.

Übrigens hab ich bisher nur negative Erfahrungen mit Dschungelrind gemacht. Brasilianisches Rind wird oft als “Südamerikanisches Rind” verkauft. Dabei gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied: in Argentinien gibt es die Pampa. Riesige Flächen, die mit Gras und Kräutern bewachsen sind. In Brasilien hingegen gibt es nur Dschungel oder - noch übler - abgeholzten Dschungel, der gerodet wurde, um Platz für das Vieh zu machen. Das Fleisch schmeckt meist mies und ist oft einfach zäh. Ich hab noch nie ein gutes Stück Dschungelrind bekommen. Gerüchten zufolge hatten andere mehr Glück, ich würde mich jedoch beim Steakkauf nicht unbedingt auf Glück verlassen. :P

Zusammenfassung: das Steak muss von einer Fleischrasse kommen, es sollte abgehangen sein und es darf nicht so trocken aussehen, sollte also marmoriert sein.

2. Welches Stück nehme ich denn am besten?
Entrecôte!

3. Und warum?
Ein gutes Entrecôte ist in meinen Augen einfach das beste Steak-Stück vom Rind. Es besteht aus mehreren Bestandteilen. Ein Teil davon ist im Idealfall so weich, dass man es mit der Zunge auf dem Gaumen zerdrücken kann(fast wie Mousse au Steak! und damit weicher wie jedes Filet) und der Rest davon ist zart, hat aber noch etwas angenehmen Biss, in etwa wie ein gutes Rumpsteak. Dazwischen befinden sich unglaublich aromatische Fragmente von (bestenfalls) geschmolzenem, leicht knusprigem Rinderfett, mit der Konsistenz von fritierter Eiscreme, dass dem ganzen durch sein Aroma genau die Note gibt, die ein fantastisches Steak so schmackhaft macht. Sie sieht so ein Entrecôte/Rip-Eye/Hochrippensteak aus:
Bild
In der Mitte ist das Fettauge. Links davon das Rumpsteak-artige Fleisch, rechts davon das Stück, dass meiner Meinung nach jedes Filet owned!

4. Und wie brät man das nun?
Das ist garnicht so leicht! Generell muss man sagen, dass es 3 Stufen gibt:
1. Das Steak auf Zimmertemperatur, also so etwa 20°, kommen lassen.
2. Extrem Heiß anbraten, angrillen oder was auch immer.
3. Langsam, bei wenig Hitze fertig braten lassen.
Manche schreiben noch dazu, dass man es nun ruhen lassen sollte, aber durch das langsame Fertigbraten, hat es meiner Meinung nach schon genug geruht.

Auf dem Grill macht man das am besten durch 2 Zonen. Eine wo die ganze Kohle liegt und eine die sich am Rand der Kohle befindet und damit durch indirekte Hitze gewärmt wird. Als erstes gebt ihr das Steak auf einer Seite in die pralle Flamme. Wenns ein bissl brennt: das Rind verkraftet das schon. Bier weglassen! Natürlich sollte es nicht zu einem Brikett werden, da braucht man etwas Feingefühl. Dann, nach 2-3 Minute vorsichtig umdrehen(gutes Steak kann schnell mal reissen, wenn es am Rost festklebt, evtl mit etwas neutralem Öl einstreichen) und weitere 2-3 Minuten in der Flamme lassen. Nun in die indirekte Hitze schieben und dort sanft fertig ziehen lassen.

In der Pfanne läuft’s ähnlich. Gebt hitzeresistentes Fett in die Pfanne(Sonnenblumenöl, Erdnusöl, Sesamöl) und wartet bis es ordentlich raucht. Dann das selbe Spiel nur solltet ihr dann nach dem Umdrehen und 2-3 Minuten warten, die Pfanne einfach vom Herd nehmen und so fertig ziehen lassen. Am besten ist hier ne Gußeiserne Pfanne, weil die noch etwas länger die Hitze behält. Falls das zu schnell kalt wird, immer mal wieder ganz kurz auf die Hitze ziehen.

Ihr werdet feststellen, dass das Steak insgesamt nur einmal gewendet wurde. Das ist ganz richtig so. Die Hitze treibt die Fleischsäfte nach oben(das Poren geschlossen werden, ist übrigens nur eine urbane Legende). Wenn man das Steak nun dreht, tropfen die oben stehenden Säfte einfach ab und verbleiben nicht im Fleisch. Deswegen bin ich übrigens auch gegen zu langes Ruhen lassen. Da kommt nämlich der ganze gute Saft raus. Deswegen sollte nach der langsamen Garphase das Steak möglichst fix auf den Teller. Von der Alufoliengeschichte halte ich persönlich garnix. Meine Steaks - obwohl ich schon hunderte gebraten hab - wurden dadurch nie weicher. Im Gegenteil, der Saft war in der Folie und nicht mehr im Fleisch.

5. WTF!? Wieso steht da nix von Würzen?
Ganz einfach. Würze ist Parfüm für das Fleisch und den Gaumen. Wenn man die Würze mit 400 Grad auf dem Kohlegrill maltretiert, überlebt das vielleicht ein 3 Tage lang mariniertes, in Paprika eingelegtes Stück Bauch oder Nacken. Aber die richtig guten, diffizieleren Dinge, wie Kräuter, Knofi, Butter und ähnliches werden dadurch grundlegend vernichtet und höchstens bitter! Deshalb mag ich persönlich beim Grillen am liebsten selbstgemachte Kräuterbutter.
Z.B.:
-frischen Estragon, mit ein bissl Salz und Butter und einem kleinen Schuss Madeira mischen und nachdem das Zeug auf dem Teller liegt, einfach in dünnen Scheiben darüber zergehen lassen.
-Einfache Knoblauchbutter(mit frischem, nicht getrocknetem Knoblauch) mit ein bissl Petersilie ist auch toll.
-Oder mein geliebter Zitronenthymian - nichts ist schmackhafter, allerdings gibts auch nur wenig das Hitzeempfindlicher ist(beim garen in der Pfanne einfach am Ende ein Sträußlein, nachdem das Ganze von der Hitze ist, mit ein bissl Butter unter das Steak legen).
-Cafe de Paris-Butter schmeckt mir auch sehr gut(google! ist viel zu aufwendig, um das hier zu erklären)

In der Pfanne läuft das ähnlich. Erst wenn die Pfanne vom Herd kommt, legt ihr die Butter und die gewünschten Gewürze rein und das Steak darüber, so das es schön parfümiert wird. Wenn ihr ein paar Pilze mit reinwollt, am besten schon kurz bevor ihr das Steak runternehmt mit in die Pfanne. Pilze müssen ebenfalls scharf angebraten sein, damit sie nicht matschig werden.

6. Und was ist mit einem schönen Sößchen?
Nagut, wenn’s sein muss, hier ein paar Vorschläge:
-Sauce Bernaise passt zu jedem Steak(Google!)
-Grüner Pfeffer+Madeira-Rahm
-Morchelrahm mit einem Schuss Portwein
(die Rezepte dafür würden den Rahmen sprengen, sind nur ne Anregung)

7. Beilagentipps will ich auch noch!?
Das hängt natürlich davon ab, ob ihr Saucen dazu macht und ob ihr grillt oder in der Pfanne bratet.
-Ich mag schönen Zuckermais mit ein bissl Selleriesalz.
-Ofenkartoffel(oder Grillkartoffel) mit Sourcreme(inkl. ein paar frischen Kräutern wie z.B. Schnittlauch)
-Allerlei gegrillte Gemüsesorten, wie Peperoni, Auberghinen, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln.
-Kroketten oder Herzoginkartöffelchen, damit ihr was zum tunken für den tollen Morchelrahm habt.
-Steinofenbaguette.
-Eine dicke Scheibe Steinofenbrot zum tunken für die gute Butter!
usw.

Ich hoffe ihr hattet Spass beim Lesen! ;)

Bis denne,

Kulin

GTA als MMO?

16. April 2010

Ein interessanter und irgendwie naheliegender Gedanke, sollte man meinen. Eine große Stadt, viel Platz, Autos, Knarren, Mord und Totschlag. Wer hätte es gedacht? Das gibts tatsächlich bzw. wird es bald geben. Das Spiel nennt sich “All Points Bulletin”. Weiss der deibel warum. Sinnloser Name. Dennoch siehts sexy aus, vor allem weil man bereits in der Beta mitmachen kann. Natürlich muss man dazu erstmal nen Betakey abstauben. Z.B. hier: bei Fileplanet

Das Spiel will sich selber nicht als MMO sehen, obwohl es durchaus vergleichbar mit anderen instanzierten MMOs wie Aion oder Guild Wars scheint. 100.000 Spieler pro Server, 100 pro Action Zone, 250 pro Social District(dort wo man wohnt, einkauft und so - friede, freude, eierkuchen und so).

Wie wird das Spiel dann ablaufen, mag man sich hier fragen. Die Diebe klauen, morden und erpressen, um dann ihr Zeug bei einem Hehler zu verkaufen. Dafür bekommen sie dann ein Kopfgeld aufgebrummt. Die “Polizisten” jagen die bösen Buben entsprechend, eskortieren VIPs, schützen Objekte.. usw. Darüber hinaus gibt es noch Missionen. Z.B. einen ordentlichen Bankraub. Den plant man schön mit Heckenschützen und so, während die Gegenseite den Auftrag bekommt euch davon abzuhalten. Das Gameplay wird hier umschrieben:

Das Spiel ist also eine Art Multiplayer Shooter und Rennspiel, wobei euer Charakter, Bankkonto, Inventar und ähnliches persistent bleiben. Waffen und ähnliches sind auch  aufrüstbar usw. Darüber hinaus kann man seine Charakter ziemlich umfangreich anpassen. Hier mal ein Video von Youtube dazu:

Als jemand der GTA recht gerne gespielt hat und auch Sandkästen- und Openworld-Konzepte mag, gefällt mir die Idee schon sehr gut. Ich hab mir also schonmal nen Betakey bei Fileplanet organisiert. Vielleicht hat ja noch jemand Lust mal reinzuschaun? Dann los, marsch marsch!

Bis denne,

Kulin

Thai Curry nach Kulins Art!

23. März 2010

Moin,

die Kinora wollte, dass ich mal meine Erkenntnisse zum Thema Thai-Curry niederschreibe. Dies sei hiermit getan.

Vorweg möchte ich erwähnen, dass Thai-Curry kein statisches Gericht ist. Es besteht eigentlich aus beliebigen Komponenten die jedoch ähnlich zubereitet und gewürzt werden. Es hat etwas von der Grundstruktur einer Pizza. Es gibt immer Teig, meist Käse und Tomaten, doch die Beläge entsprechen ganz dem Geschmack des Essers. Deshalb teile ich meine Zutaten und Zubereitungen in 4 Kochphasen ein, wo die einzelnen Zubereitungen beschrieben werden. Ich will hier noch darauf hinweisen, dass die Zutaten beileibe nicht alle aus der Thai-Küche stammen. Ich hab kein Problem da auch chinesische, vietnamesische oder japanische Gewürze/Saucen bzw. Zutaten mit reinzubringen. Allerdings ist das meiste schon in jedem Supermarkt erhältlich und nicht nur in Feinkostläden oder Asiamärkten. Trotzdem kann ich Asialäden empfehlen. Meist ist das Zeug dort viel billiger. In meinem gibt z.B. nen Kilo richtig dicke Garnelen schon für 10 Euro. Dazu dann noch gute, getrocknete Mu-Err und Shiitake Pilze, die Currypasten, Kokosmilch, Tofu, sowie das Sesam und Erdnussöl in höchster Qualität zum Minipreis. Auch der Reis ist hier günstig. Zumindest normalerweise. Gibt natürlich auch Abzockermärkte.

Das Fleisch, der Fisch und das Tofu.

Das Fleisch kommt bei meinem Curry immer als letztes dazu. Es zieht im fast fertigen Curry gar und bleibt so schön zart. Mögliche Fleischsorten sind:

  • Straußenfleisch. Schön zart, trotzdem fest in der Konsistenz und dabei sehr gesund und fettarm. Am besten vorher kurz marinieren, z.B. mit etwas Currypaste und Sojasauce, max. 15 Minuten. Leider nicht immer billig. Sollte in sehr dünne Scheiben/Schnetzel geschnitten werden
  • Hühnerbrust. Ebenfalls zart, wird aber leicht trocken, wenn es zu lange mitgekocht wird. Am besten auch vorher marinieren in Currypaste und etwas Sojasauce. Sehr preisgünstig und meine meistgenutzte Fleischzutat. Ebenfalls sehr dünn schnetzeln.
  • Rindfleisch. Naheliegend ist hier Fleisch zum Kurzbraten, wie Hüftsteak, mageres Roastbeef oder Lende. Ich verwende meist Roastbeef und mariniere bzw. schnetzel es genau wie die Hühnerbrust und den Strauß.
  • Garnelen. Gekocht oder Roh ist recht egal. Rohe sollten natürlich etwas früher hinzugegeben werden. Hauptsache ist jedoch, dass sie schön fleischig, geschält und darmfrei sind.
  • Tofu. Tofu mag ich persönlich sehr gern, weil es eine angenehme Konsistenz hat, weil es Knusprig ist, und so einen leckeren Beitrag zum Essen gibt. Man muss es, bevor man es ins Curry gibt, scharf von allen Seiten anbraten, so das es schön goldbraun wird. Hab ich in jedem Curry drin und ist eine meiner Lieblingszutaten. Mir schmeckt am besten das sogenannte Seidentofu. Das andere, feste ist auch in Ordnung, aber nicht so toll, weil es oft etwas mehlig bzw. klumpig schmeckt. Das im Glas ist meist hart(bei den Asiasachen im Regal). Das Weiche ist spürbar nachgiebig und oft frisch im Kühlregal(z.B. bei Rewe) zu finden.
  • Knusprig gebackene(s) Entenbrust/Hühnchen.Eigentlich ist die Zubereitung ganz einfach. Wichtig ist bei meinem Rezept das doppelte anbraten und die richtige Würzung. Und natürlich ein Stück Fleisch, wo noch die Haut dran ist. Eine Hühnerbrust mit Haut dran bekommt man natürlich nur, wenn man das Hühnchen selbst zerlegt, was meist zudem noch billiger ist. Man kann hier übrigens auch problemlos das Schenkelfleisch mit Haut dran nehmen, was zarter und saftiger(weil fettiger) als die Brust ist, wenn man da vorsichtig den Knochen herauslöst. Ich mach das so und verwende die Brust dann lieber für ein anderes Hauptgericht. Ich nehme vorher zudem noch etwas chinesisches 5-Gewürze-Pulver(5 Spices) und reibe das Fleisch damit ein. Dann brate ich ich es erstmal eine weile auf der Hautseite an, bis es goldgelb ist und drehe es dann kurz auf die Fleischseite. Dann nehme ich es aus dem Fett und tupfe es in Küchenpapier trocken. Hinterher wird es auf der Hautseite in Stärkemehl(oder notfalls normalem Mehl) meliert und dann wieder in das Fett gelegt. Schwierig ist dabei, dass das Fleisch fertig sein muss, wenn auch das restliche Zeug gar ist. Wenn es nämlich noch 10 Minuten rumliegt, ist es nicht mehr wirklich optimal zart, knusprig und warm.

Ich nehm immer 2-3 Sorten Fleisch.

Das Gemüse

Hier gibt es Auswahl wie Sand am Meer. Aber dennoch fallen einige Gemüsesorten grundsätzlich ganz raus. Dazu gehören: Kartoffeln(werden nicht wirklich gar, Süßkartoffeln sind ok), Tomaten(das passt einfach nicht, zumal sie beim Kochen matschig werden), Sellerie(unpassender Eigengeschmack) und Blumenkohl(das passt einfach nicht). Das meiste andere geht jedoch. Zuckererbsen-Schoten, Bohnen, Zwiebeln, Zucchini, Brocchol, Chinakohl, Sojasprossen, Auberginen, Paprika, Karotten, Maiskölbchen, Bambussprossen, Champignons, Shitake, Mu-Err-Pilze usw. usf.

Hier mal meine Lieblingszutaten:

  • Zucchini. Sind zwar nicht besonders geschmacksintensiv, bleiben aber schön knackig und haben nen guten, angenehmen Biss. Einfach schneiden und reinwerfen.
  • Auberginen/Thai-Auberginen. Die muss man vor der Verwendung in dünne geviertelte Scheiben schneiden und als erstes im Wok anbraten. Die saugen viel Öl. Und das müssen sie auch. Gibt man nicht genug Öl hinzu, werden sie nicht weich, sondern schmecken zäh bis zum Schluss. Also: in genug Öl(Cholesterinarm und Gesund, z.B. Erdnussöl oder Sesamöl) scharf anbraten.
  • Shitake Pilze. Am besten man nimmt die ganzen, getrockneten. Rohe haben fast keinen Geschmack, während die wo mal getrocknet waren, richtig intensiv schmecken(viele Pilze, wie z.B. Steinpilze - verhalten sich ähnlich). Man sollte dabei nicht die Mini-Shitakes nehmen, mit 2-3 cm Hüten, sondern schon die mit mindesten 5-7cm Hut. Die sind fleischig und haben auch Aroma. Man muss die Pilze vorher etwa eine Stunde in ausreichend Wasser einweichen. Evtl .die Hüte in Viertel brechen, weil die manchmal schon ganz schön fett sind. Gibts leider oft nur im Asiamarkt, seltener im gut sortierten Supermarkt, oder hier bei Pilzshop.de:
    Bild von Pilzshop.de
  • Champignons. Champignons einfach nur vierteln. Garnicht in kleine Scheiben schneiden oder so. Dann schmeckt man sie auch später noch. Man sollte sie erst am Ende mit anbraten, weil sie wie wild Öl saugen und weil sie nicht lange brauchen.
  • Karotten haben eine schöne Konsistenz, weil sie dem Gericht etwas Biss hinzufügen. Ausserdem rundet ihr leicht süßlicher Geschmack das Essen gut ab. Eine Karotte einfach in 3mm dicke Scheiben schneiden und recht früh hinzufügen, damit sie am Ende nicht zu hart ist.
  • Brokkoli. Einfach einen kleinen Brokkoli(oder nen halben) in kleine Röslein brechen/schneiden, mit anbraten und fertig. Mit den Karotten recht früh ins Curry geben.
  • Paprika. Einfach aushöhlen, in Streifen schneiden und kurz nach Karotten und Brokkoli beigeben. Gibt dem Ganzen eine fruchtige Note. Eine Paprika reicht mir persönlich.

Ich nehm immer mindestens 5 Sorten Gemüße.

Die Gewürze und Saucen
Zu Curry gehört natürlich erstmal:

  • Curry-Paste. Aber kein indisches oder sonstwelches, sondern natürlich Thai-Curry-Paste. Diese besteht aus einer ganzen Armada von Gewürzen, Reduktionen und ähnlichen Zutaten. Es gibt dabei drei wichtige sorten, zu deutsch: Rot, Gelb und Grün. Abhängig von der Wahl der obengenannten Grundzutaten, hat man hier eine Wahl zu treffen. Rot ist etwas Chili- bzw. Paprika-lastiger, Grün hat mehr Koriander oder schlicht die etwas herberen grünen Chilis, Gelb kommt zuweilvon von etwas mehr Kurkuma. Meist enthalten die drei wichtigsten Currypasten die selben Gewürze, jedoch in unterschiedlichen Mischverhältnissen. Oft auch nicht. Hier eine genaue Aussage darüber zu treffen, was da drin ist und welche Paste zu welchem Gericht am besten passt, ist ziemlich mühselig. Gelb soll jedoch eher zu fleischlastigen Gerichten mit Huhn oder Schwein passen, Ich mag eigentlich alle drei, kaufe auch immer drei Kübel im Asiamarkt und brauche sie dann nach und nach auf. Die halten ewig im Kühlschrank. Gibt’s auch im Supermarkt. Ist aber in meinem Sauteuer. Deswegen lieber beim Asia-Händler. Ich fahr da 2 mal im Jahr hin und kauf mir die drei:
  • Kokosmilch. Klar, Thaicurry ohne Kokosmilch ist kein echtes Thai-Curry. Am besten in der Büchse zu etwa 250ml. Lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Wenn die Dose mehr als 1€ im Supermarkt kostet ist das schon fast Wucher. Bekommt man ab 50 Cent im Asialaden.
  • 5 Spices. Die Fünf-Gewürze-Mischung stammt eigentlich aus der chinesischen Küche. Ich finde sie passt aber auch gut zu Thai-Curry. Deswegen hab ich das Zeug oft, je nach Lust und Laune, mit drin.
  • Süß-Sauer-Sauce/Chili-Süß-Sauer-Sauce. Die verwende ich oft zum Abrunden des Currys am Ende, vor allem wenn es etwas zu salzig von der Sojasauce ist. Gibt dem Ganzen eine angenehm fruchtige Note. Alternative: Hoi Sin Sauce(aus Pflaumen gemacht).
  • Sojasauce. Der asiatische Ersatz für Brühe und Font. Ich verwende die von Kikkoman bzw. die Salzige:

Sojasauce, Curry und Kokosmilch sind erforderlich. Der Rest ist optional.


Beispielzutaten


Ich kann mir vorstellen, dass ihr beim ersten Thai-Curry die Mengenverhältnisse noch nicht so recht reinschätzen könnt. Deshalb zeig ich mal beispielhaft was bei mir so normalerweise reinkommt:

Eigentlich können davon etwa 3-4 Personen satt werden. Mir reicht es 2 Tage. Den Reis sollte man jeden Tag frisch machen. :)

  • 1 mittlere Aubergine, in feine,geviertelte Scheiben geschnitten
  • 1 mittlere Zucchini, in etwa 0,5cm dicke, in - abhängig von der Größe -halbierte oder geviertelte Scheiben geschnitten
  • 1 Karotte, in 0,2 cm dicke Scheiben geschnitten
  • 1 kleiner Brokkoli
  • 1 Paprika, Rot oder Grün
  • 10 eher kleine Champignons, geviertelt
  • 5-7 große, getrockente Shiitakes in viertel brechen und eine Stunde vorher einweichen.
  • 2 Hühnerbrüstchen
  • Eine gute Hand voll aufgetauter, abgetropfter, fleischiger Garnelen
  • ca. 250g Tofu(am besten Seitentofu)
  • 3-4 Esslöffel Grünes Curry
  • 5-6 Esslöffel Sojasauce
  • Eine 250ml Büchse Kokosmilch
  • 2-3 Esslöffel Chili Süß-Sauer-Sauce
  • Knofi, Ingwer, frischer Koriander, Thai-Basilikum nach Wunsch.
  • Pro Person eine halbe bis ganze Tasse Basmati-Reis, vorher 7 mal waschen und Wasser abgießen.

Die Kocherei

Alles beginnt damit, dass man sich seine Zutaten zurechtlegt. Man schneidet alles in mundgerechte Stücke - mal abgesehen von Dingen die man vorher noch im ganzen Braten muss, wie z.B. die knusprige Entenbrust. Es darf nicht zu klein geschnitten werden, weil das Gemüse sonst seinen Eigengeschmack verliert und evtl. gar matscht, sobald man es nochmal aufwärmt.  Denn mit dem Aufwärmen kann man, zumindest wenn man nur für sich selbst kocht, schonmal fest rechnen. Es gibt einfach kein so kleines Gemüse, als das man da dann am Ende nur eine Portion hätte. Und da man verschiedene Sorten braucht, kommt da schon ein ganz schöner “Trog” zusammen. :D

1. Phase: das Gemüse anbraten

Vor allem anderen nehmt ihr euch nun erstmal einen Topf, gebt einen spritzer Sesamöl oder Erdnussöl rein, lasst das heiss werden und gebt dann den gewaschenen Basmati rein, um ihn kurz anzubraten. Dann 2 mal soviel Tassen wie Reis mit Wasser füllen und aufgießen. Reis etwas salzen, eine gute Prise Zucker reingeben, aufkochen lassen, einmal umrühren, Deckel drauf und auf 1/3 Hitze runterdrehen. Das Aufkochen gleichzeitig mit dem Gemüse-Anbraten machen. Bis zum Ende nicht mehr umrühren. Sollte das Curry länger als 15 Minuten dauern, einfach die Hitze ausdrehen und auf der Platte stehen lassen.

Falls ihr Auberginen nehmt, müsst ihr die immer zuerst im Wok brutzeln. Aufs Öl achten und schön anbraten, damit sie Farbe bekommen. Die sollten nach dem braten glasig wirken und nicht weiß, denn weiße Auberginen schmecken zäh und doof. Hinterher darauf achten, dass auch noch Öl fürs folgende Gemüse drin ist. Dann die Karotten und den Brokkoli, den Paprika und die Zwiebeln und schließlich alles weitere beigeben, wobei die Champignons zum Schluss kommen sollten, weil man sonst zuviel Fett braucht. Das lasst ihr nun kurz, aber ruhig scharf anbraten. Röstaromen sind wichtig für das Endergebnis. Also das Zeug ruhig etwas Farbe nehmen lassen. :)

2. Phase: der Aufguss

Zunächst gebt zum Gemüse erstmal etwa ein drittel der Currypaste und röstet sie kurz mit an. Die löscht ihr dann mit nem ordentlichen Spritzer Sojasauce ab(vielleicht 5-6 Esslöffel). Nun schwenkt ihr das Gemüse etwas und gebt dann ca. 80% der Kokosmilch rein. Den Rest gebt ihr kurz vor Schluss dazu, weil der Kokosgeschmack bis dahin etwas verloren geht. Lass das ganze nun unter häufigem umrühren aufkochen und gebt dann den Deckel drauf. Die Hitze kann nun etwas runtergedreht werden. Auf so 60-70%.

3. Phase: die Würzung. 

Je nach Geschmack etwas Salz/Sojasauce, Chiliflocken/-Pulver, 5-Spices, Süß-Sauer-Sauce und am Ende den Rest der Kokosmilch beimengen. Optional kann man hier noch Knofi, Ingwer, frischen Koriander, sowie Thaibasilikum mit hinzugeben.

Nun sollten etwa 10 Minuten vergangen sein.

4.  Phase: Fleisch/Tofu/Garnelen

Dreht die Hitze wieder etwas höher und gebt nach und nach alles an frischem Fleisch, gebratenem Tofu und Garnelen bei, was ihr möchtet. Gebratene Hühner-/Entenbrust nicht hier schon beigeben, sondern beim Servieren mit auf das Curry legen. Dann den Deckel drauf, Hitze wieder runter und garziehen lassen.

Achtet beim Fleisch und bei den Garnelen darauf, dass kein zusätzliches Wasser mit ins Curry kommt. Also nicht einfach gefrorene Garnelen reinwerfen, sondern die vorher unter fliesendem Wasser abtauen und dann abtropfen lassen. Sonst wird die Sauce zu flüssig.


Anrichten

Am besten man lässt Curry im Wok und Reis im Topf und stellt es auf den Tisch bzw. füllt alles in Schüsseln um. Dort kann sich dann jeder immer soviel rausnehmen, wie es beliebt.


Schlusswort

Lasst euch bitte von der Menge an Text hier nicht entmutigen. Eigentlich muss man nur wenig dabei beachten. Gemüse rein, Kokosmilch und Curry hinterher, aufkochen, Fleisch rein, fertig. Diese Wall of Text hier sieht nur so gewaltig aus, weil ich die Zutaten etwas ausführlicher beschreiben wollte. Eigentlich ist es ganz einfach. Etwas kompliziert wird es nur, wenn man zugleich noch die Hühnerbrüstchen knusprig braten will und das Tofu noch nicht bereit ist, sondern nebenher brutzelt.

Achja: wenn ihr die Thumbnail-Grafiken oben im Großformat angucken wollt: rechts drauf klicken und “Grafik anzeigen” wählen.

Dann mal Guten Appetit. Ich hoffe es schmeckt euch.

Bis denne,

Kulin

Hühnersuppe: “Flächenbrand im Darmbereich”

23. März 2010

Moin,

manchmal ist es nötig ein Gebiet mit Brandrodung abzufackeln, damit hinterher auf dem neuen fruchtbaren Boden das wachsen kann, was erwünscht ist. Das selbe kann man auch mit dem Darm versuchen. Vor allem in Khazas Fall, der sich bei seinem Aufenthalt in Taipei gleich mal die gesamte einheimische Mikrobenwelt zu Gast geholt hat, indem er diverse Grundregeln wohl aus Bequemlichkeit einfach vergessen hat. Z.B. “nichts Rohes essen, weder Fleisch, noch Fisch, noch Gemüße oder Obst.” Die Folge sind 24 Stunden Dünnpfiff und Brechreiz. Und höchstwahrscheinlich hat er sich auch noch nen dicken Tripper geholt, aber das sehen wir wohl erst in ein paar Tagen, wenn das Ende der Inkubationszeit die Mikroben so richtig zum erblühen bringt.

Wie auch immer. Es gibt diverse Gerichte, Kräuter, Zutaten oder was auch immer, die dem ganzen zuträglich sind. Dazu gehört eine schöne, nahrhafte, leichtverdauliche Hühnersuppe, genauso wie z.B. Ingwer(beruhigt den Magen und den Darm, auch bei See und Luftkrankheit empfehlenswert) und Chili(antibiotische Wirkung). Darüber hinaus braucht der gute Khaza natürlich auch wieder diverse Mineralsalze, die ihm flöten gegangen sind.

Zutaten:

  • 800-1,2kg Hühnchen. Am besten ganz frisch. Wir wollen ja nicht noch Salmonellen mit ins Spiel bringen. :P
  • Eine große Ingwerknolle.
  • Scharfes Chilipulver oder Extrakt. Keine rohen oder getrockneten Chilis im Ganzen mit rein. Getrocknete Chilis in der Mühle zu Pulver verwandeln. Die Haut und die Kernlein sind eher schwer verdaulich. Wichtig ist das die wirklich scharf sind. Deshalb am besten getrocknete Chilis kaufen und dann mahlen.
  • 1 Karotte, 1 Porree-Stängel, 1 Stück Sellerie, ein kleiner Bund Petersilie. Oder einfach das Suppengrün aus dem Supermarkt.
  • Salz, Pfeffer

1. Akt, das Hühnchen zerlegen. Dazu oben neben dem Brustbein(dem fühlbaren Knochen zwischen den beiden Brüstchen) mit einem scharfen Messer einschneiden, so dass man unter die Brust mit dem Messer kommt. Dabei immer an den Knochen entlang schneiden und am Ende so beide Brüste herauslösen. Danach die Schenkel vorsichtig am 2. Gelenk(vom Ende gesehen) abtrennen, wobei man soviel Fleisch wie möglich mitnehmen und die Schenkel auch ganz lassen sollte . Man kann da leicht durch den Knorbel schneiden(ertasten). Das übrig bleibende “Gerüst” in vier bis sechs Teile schneiden. Die Brust und die Schenkel kann man im Prinzip zur Seite stellen. Wichtiger für eine Suppe sind die Knochen. Diese “guten”, übrigbleibenden Stücke kann man leicht für ein Geschnetzeltes oder für ein schönes Thai-Curry verwenden. Sollte man natürlich spätesten am nächsten Tag dann verbraucht haben. Aber da nicht die ganze Familie lust auf Hühnersuppe haben wird, weiss die da sicher was damit anzufangen. :D

2.  Das Gemüse waschen und schneiden. Die Karotten in etwa 0,5 cm dicke Scheiben, den Porree säubern, die äussere Schicht wegwerfen und dann in 4 große, zusammenhängende Teile schneiden. Der wird recht weich und wenn man nicht aufpasst, oder das Zeug zu klein schneidet, ist der hinterher überall. Den Sellerie auch säubern, evtl schälen, grob schneiden. Die Petersilie waschen und mit den Stängeln feinstmöglich häckseln, so dass man am Ende ne Hand voll hat.

3. Chilis nach Geschmack mahlen, Ingwer schälen und sehr fein hacken.

4. Huhn in einen relativ großen, hohen Topf, auf der Hautseite liegend das Ganze etwas auslassen(aufpassen, dass nix anbrennt). Dann bis 3-4 cm unter den Rand mit Wasser füllen und Gemüße zugeben.

5. Das Ganze dezent salzen,  ich würde sagen ein Esslöffel dürfte erstmal reichen. Kräuter sind Geschmackssache. Ich mag zu Huhn Salbei ganz gerne. Estragon ist natürlich auch recht lecker. Das ist Optional.

6. Das Ganze aufkochen lassen und dann auf ein drittel-hälfte der Hitze(abhängig vom Herd) runterdrehen und Deckel drauf. Nun 45-60 Minuten vor sich hin köcheln lassen. Immer wieder nachschauen, um sicherzugehen, dass das Hähnchen nicht zerfällt.

7. Wenn die Suppe fertig is, die Menge die man essen möchte in einen extra Topf geben, dort den Ingwer und das Chilipulver, sowie Hühnerfleisch und Gemüse aus der Suppe nach Wunsch, geben, nachsalzen und nochmal 3-4 Minuten aufkochen lassen. Chili natürlich soviel, dass es richtig brennt. Das soll nicht angenehm sein, sondern seine antibakterielle Wirkung entfalten können. :D

Mit der restlichen Suppe könnte man nun z.B. auch noch Haferschleim, eine Nudelsuppe oder ähnliches machen.

Guten Appetit

Von Katzen, die auf Betten pfeffern!

27. Januar 2010

Moin,

vielen von euch hab ich die Story schon erzählt.  Ich hatte mal ein paar Katzen als temporäre Untermieter im Hause. Abgesehen davon, dass die ständig mein Essen und meine Wurstbrote in übelster Manier geraubt und ständig irgendwas zerdebbert haben, hatten die Viecher auch ein paar andere Eigenarten, weswegen ich eine art inniger Hassliebe für die kleinen, verwanzten Biester entwickelt habe: sie haben mir regelmäsig gewaltige, müffelige Haufen aufs Bett gelegt.

Ich hab mich regelmäsig gefragt: WTF? Warum ausgerechnet auf mein Bett? Kannst du nicht auf das Bett deiner Herrin kacken? Aber nein, immer musste es meins sein. Bis zum heutigen Tage hab ich das auf mangelnde Katzenklohygiene geschoben und gedacht: “Hättest du das eklige Teil öfter geputzt, dann hätte es nicht nur weniger gestunken, sondern die Katze hätte auch immer an den richtigen Ort gepfeffert”.

Doch am heutigen Tage, nach Jahren durchlittener Albträume ausgelöst durch posttraumatischen Stress und der Angst in ein Häufchen zu treten, während ich Barfuß durch meine Wohnung stolziere, habe ich die Wahrheit herausgefunden:

Und hier ein Auszug/Zitat davon(Quelle):

Yep, some cats intentionally leave their crap uncovered or in conspicuous locations (such as on a doormat or in your sister’s bed) in order to communicate to us that they are the dominant member of the household, and that this territory is theirs.

In the wacky world of feline politics, feces act as little, smelly flags that clearly dictate the boundaries of each cat’s domain. In the wild, these flags are intended to be seen, and smelled, by other cats, a sign that this is the stomping grounds of a badass kitty.


I claim this bed in the name of Admiral Bootiekins!

When it comes to the shared domain with humans that domesticated cats enjoy, the same territorial rules still apply, so a housecat who leaves his waste out in the open is sending the message to us that he is El Presidente, and that we should be covering up our shit, so as not to offend him.

And guess what? We do. We helpfully flush away our poop and your cat probably thinks it’s done entirely to avoid offending him. Yes, if you want to take back your house, it’s time to poop in kitty’s bed.

Da steht sie also, die Lösung! Es war nicht meine Schuld oder die des immer-müffeligen-Katzenklos. Nein, die feine Gesellschaft wollte mir nur zeigen wo der Hammer hängt bzw. wer die dickeren Eier legt.

Doch nun wissen wir es und können dem entgegen wirken! Solltet ihr also eines Tages Probleme mit einer Katze haben, die euch überall Haufen hinstellt: tut es ihr gleich und setzt alles was ihr zu bieten habt direkt daneben! Nur so könnt ihr der aufmüpfigen Mietzi zeigen, wer der Herr im Haus ist.

Deswegen muss meine Nachricht an alle Katzenhalter lauten: Holt euch eure Hoheitsrechte zurück! *anfeuer* :D

Bis denne,

Kulin

Die Entwicklung der letzten 100 Jahre

19. Januar 2010

Heute Morgen hab ich zum ersten mal das Datum 2010 auf ein schriftliches Dokument gesetzt und bin dabei direkt ins sinnieren gekommen. Was hatten wir uns nur vor 15 Jahren alles erträumt, dass 2010 alles passieren wird? Ich hatte damals von Hologrammen geträumt. Davon, dass wir Computerspiele nicht mehr vor dem Monitor, sondern mit irgendwelchen Sonden am Kopf und einer futuristischen 3D-Brille so hautnah erleben, als wäre das alles Real. Von fliegenden Autos und einer KI, die das tägliche Leben kontrolliert. Lauter solche Dinge kamen mir in den Sinn angesichts des vormals üblichen Fortschritts in den Sinn.

Doch was ist daraus geworden? Ja, die Grafik ist besser geworden und unsere Handies sind fast schon Supercomputer im Vergleich zu damals. Aber was hat sich wirklich entwickelt? Was ist grundlegend neu? Was hat es vor 15 - 20 Jahren noch nicht gegeben? Das Internet? Gabs schon. Communities und Chat? Ich kann mich noch gut erinnern wie IRC-süchtig ich war. Klar ist heute alles moderner, hübscher, vielleicht sogar bequemer. Aber neu? Sehe ich nicht so. Auch im Haushalt hat sich nicht viel getan. Und elektrische Fensterheber und Klimaanlage gabs auch schon. Also hat sich auch in der Automobilindustrie nur im Detail etwas getan.

Das einzige was mir wirklich als Veränderung in den letzten 20 Jahren auffällt ist die neue ökonomische “Vernunft” der Menschheit. Vor 50 Jahren noch konnte man garnicht schnell genug Milliarden verschwenden um auf dem Mond zu landen. Heutzutage wird jegliches Großprojekt dieser Art abgeschmettert. Man sprach sogar schon davon die Nasa zu schließen. Politiker haben sich das auf die Fahnen geschrieben. Mit anderen Worten: alles muss ökonomisch, vernünftig und im Rahmen sein. Man übernimmt sich nicht mehr, weil man hoch hinaus will. Man bleibt auf dem Boden. Aber wo wären wir heute, wenn die Menschen schon 1910 so gedacht hätten?

Man muss nur mal zurückdenken. Hat man in den 20er und 30 Jahren sich auch nur vorstellen können regelmäsig in Flugzeugen durch die Gegend zu schwirren oder auch nur, dass JEDER Bürger Zugang zu einem Auto hat? Nach Jahrtausenden der Kutschenfahrten und der Fortbewegung auf dem Rücken treuer Pferde? Doch schon 20-30 Jahre später, nach dem 2. Weltkrieg und all den technischen Entwicklungen die der Mensch dabei hervorgebracht hat, sieht die ganze Welt komplett ganz anders aus. Kleine Autos wie der Volkswagen stehen überall und so langsam breiten sich die Fluglinien in die Mittelschicht aus. Noch ein paar Jahre später fliegen wir zum Mond und verfügen über genug Atomwaffen um unseren ganzen Planeten aus der Umlaufbahn zu ballern, während daheim überall Waschmaschinen, Fernseher, Telefone, elektrische Bügeleisen, Zentralheizungen und die Küchenherde mit Teflonpfannen ihren Dienst verrichten. Weitere 20 Jahre später entwickelt sich aus Rechenschiebern der Computer und das Internet, während der Kalte Krieg so langsam ausgeklungen ist.

Aber was dann? Im Prinzip hatten wir 1990 schon das was wir heute haben. Vielleicht etwas teurer oder weniger Komfortabel. Aber was sonst ist in den letzten 20 Jahren passiert, ausser, dass wir das was wir haben langsam weiter verbessert haben?

Da stellt sich doch automatisch die Frage: warum ist das so? Wo ist der Größenwahn, der die Menschheit stets am Rand der Selbstauslöschung hat treiben lassen, und der damit einhergehende Fortschritt geblieben? Brauchen wir unbedingt Krieg und Gefahr, damit wir die Dinge auf den Weg bringen? Im Moment kommt mir die Menschheit jedenfalls vor wie ein wuchernder, selbstzufriedener Haufen, der alles tut, um die eigene Sucht nach Bequemlichkeit zu bedienen. Doch was, wenn wir den Nährboden langsam aufgezehrt haben?

Beginnt dann erneut ein Kampf mit allen Mitteln? Und wird die Welt dann hinterher den selben Sprung gemacht haben, wie in den letzten 100 Jahren? Damit ist wahrscheinlich zu rechnen. Und eigentlich ist ja auch nichts neues daran, dass der Mensch den ständigen Kampf ums überleben braucht, um sich weiterzuentwickeln.

Interessant nur, dass man das selten so gut ablesen konnte, wie an den letzten 20 Jahren. Die Menschheit kommt zur Ruhe, pflegt das Nest und beginnt vor sich hinzudümpeln. Mal sehen wie lange es dauert, bis wieder jemand feststellt, dass ihm sein Nest eigentlich viel zu klein ist. :D